Langhaar Katzenrassen

Langhaarkatzen – erhabene Schönheiten

Gleich den kurzhaarigen Rassen besitzen alle Langhaarrassen ein spezifisches Gen (l), welches die Felllänge bestimmt. Genetisch betrachtet zählen zudem alle Katzen mit halblangem Haar zu den Langhaarkatzen. Da das Fell der Halblanghaarkatzen jedoch deutlich kürzer wirkt, werden sie unter einen eigenständigen Begriff geführt. Demnach gibt es nur wenige „echte“ Langhaarkatzen, wie zum Beispiel die Perserkatze.

Entstehung der langhaarigen Rassekatzen

Die Entstehungsgeschichte der Katzen mit langem Fell beginnt vor vielen tausenden Jahren in Kleinasien. Das raue Klima der letzten Eiszeit begünstigte eine spontan aufgetretene Mutation, wobei das Fell der damals herrschenden Kurzhaarkatzen länger und dichter wurde. Die ersten Langhaarkatzen entwickelten sich prächtig und gelten als die Basis für alle Halblanghaar- und Langhaar-Rassen.

Mit der Zeit eroberte sich die schöne und robuste Langhaarkatze ihren Platz an der Seite des Menschen. Im 19. Jahrhundert begann man intensiv mit der Züchtung dieser Katzen. Es sollte nicht lange dauern, bis man durch die reinerbige Zucht immer prächtigere Katzen mit immer längerem Fell entstehen ließ. Die Nachfahren dieser edlen Idealtiere werden heute als „echte“ Langhaarkatzen geführt. Der Begriff „echt“ verschleiert jedoch ihre wahre Entstehungsgeschichte – die der vom Menschen geschaffenen Zuchtkatze.

Die Angorakatze - Natürliche Erhabenheit

Bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde der Begriff „Angorakatze“ als Bezeichnung für alle langhaarigen Katzen verwendet. Noch heute nutzt man den Begriff insbesondere für Katzen mit wallendem - weißem Fell. Die ersten Angorakatzen gelangten etwa im 17. Jahrhundert nach Europa. Der zur dieser Zeit herrschende Adel erfreute sich sehr an der Schönheit dieser unbekannten Rasse.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden erste Vereine zur Rassenzucht gegründet, die allen damaligen Katzenrassen allgemein verfügbare Zuchtstandards zuordneten. Auch die Rassenbezeichnungen wurden festgelegt. Für die reine Angorakatze war dies ein vorzeitiges Ende, da die aus ihr hervorgegangenen langhaarigen Variationen von nun an als Perserkatzen geführt wurden. Die Angorakatze (wie sie zu Adelszeiten „herrschte“) wurde nicht anerkannt und das Interesse an ihrer Weiterzucht ging verloren.

Seit den 70er Jahren kann man von einer Neuentdeckung der Angorakatze sprechen. Der Zoo von Ankara zeigte besondere Katzen die der Angorakatze deutlich ähnlich waren. Inzwischen ist diese Katzenrasse als Türkisch Angora anerkannt. Es scheint wahrscheinlich, dass deren Vorfahren zu den ersten langhaarigen Katzen gehörten, die im 17. Jahrhundert den Weg nach Europa fanden.

Die Perserkatze - Das Idealbild einer Langhaarkatze

Die Perserkatze ist die unangefochtene Nummer 1 der Langhaarkatzen. Durch gezielte züchterische Selektion erschuf man ihr einzigartiges Prachtfell, welches grundlegend für Ihren Ruhm ist. Die andauernde Einkreuzung von europäischen Rassekatzen veränderte den Genpool der Perser zusehends. Neuste Ergebnisse aus der Genforschung belegen, dass die heutige Perserkatze keine Ähnlichkeiten zu der Angorakatze (mehr) aufweist.

Pflege der Langhaarkatzen

Das prachtvolle Haar der Langhaarkatzen benötigt viel Pflege und Zeit. Neben Kämmen und Bürsten gehört auch Waschen und Scheren zum regelmäßigen Pflegeaufwand. Das lange Haar neigt zu starken Verfilzungen, die bei unzureichender Pflege schnell zu einem großen Problem werden können. Um die stolzen Tiere nicht unnötig leiden zu lassen, muss ihr Fell täglich gebürstet werden. Wird dies von Beginn an sorgfältig und sanft durchgeführt, dann gewöhnen sich die Tiere schnell an das tägliche Ritual. Wenn das Bürsten nicht mehr ausreicht, ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich. Wird die Katze gewaschen, hat dies mehrere Vorteile. Das Fell lässt sich nach dem Waschen deutlich leichter kämmen oder bürsten. Zudem verfilzt es kaum und die Katze verliert weniger Haare.