Siamesen

Siamesen

Rasseportrait der Siamesen

Verbreitung
Bindung zum Mensch
Größe
Gesundheit
Intelligenz
Ausdauer
Pflegeaufwand
Verträglichkeit
Wohnungseignung
Kurzinfo
Siamesen Entstehungsort / Zeit
Südostasien / vor 1800
Stammeltern
unbekannt
unbekannt
Rassetyp
Naturrasse / heute: Zuchtrasse
Felllänge / Struktur
Kurzhaar / eng anliegend, geschmeidig
Größe
klein - mittelgroß
Gewicht
4 bis 5 kg
3 bis 4 kg

Die Siamkatzen – die „Hunde unter den Rassekatzen“

Die Siamkatzen zählen zu den bekanntesten, ältesten und meistverbreiteten Rassekatzen. Sie gehören neben den langhaarigen Balinesen und den orientalischen Kurz- und Langhaarkatzen zur Gruppe der „orientalischen Katzen“. Mitte der 60-iger Jahre wurde die Kurzhaarrasse, aufgrund von zuchtbedingten Merkmalsänderungen, in die "moderne" Siam und die „traditionelle“ Siam (Thaikatze) unterteilt. Heute wird die „moderne“ Siam international als eigenständige Rasse geführt, wohingegen die Thaikatze lediglich von einem Dachverband (WCF) anerkannt wird.

Ursprung

Wie alle orientalischen Katzen stammt die Siamkatze aus dem südostasiatischen Raum. Wann die Rasse entstand, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Sicher ist nur, dass sie neben der Perserkatze zu den ältesten Katzenrassen gehört. Wahrscheinlich ist sie ein Nachfahre aus einer Verpaarung zwischen einer freilebenden Wildkatze und einer bereits domestizierten Hauskatze. Häufig wird erwähnt, dass buddhistische Mönche die Vorfahren der heutigen Siam als Tempelwächterin verehrten. Aufgrund ihres hohen Ansehens, blieben die getupften Katzen lange Zeit ausschließlich den Königshäusern und Mönchen vorbehalten.

Es sollten Jahrhunderte vergehen, bis sie schließlich Ende des 19. Jahrhunderts ihren Siegeszug nach Europa antrat. Erstmals wurde die Siam im Londoner Crystal Palace öffentlich zur Schau gestellt. Infolgedessen interessierten sich immer mehr Züchter und Liebhaber für die außergewöhnliche Katzenrasse mit den auffälligen Tupfen. Jahrelange züchterische Selektion führte schließlich zu der bereits erwähnten Aufteilung der Rasse Siam in den „modernen“ und „traditionellen“ Typ.

Aussehen

Das typische Erscheinungsbild der Siamkatzen liegt einer genetischen Mutation zugrunde, den sogenannten Teilalbinismus. Siamesen zählen somit - wie die Heilige Birma, die Colourpoint-Perser, die Ragdoll und die Neva Masquarade - zu den Pointkatzen. Typisch für Katzen mit dieser Mutation ist ein deutlich aufgehelltes Körperfell, wohingegen die weniger durchbluteten Körperregionen (Gesicht, Ohren, Beine, Schwanz und Hodensack) dunkler gefärbt sind. Diese dunkleren Bereiche werden als „Points“ bezeichnet. Die Farbe der Points richtet sich stets nach der zugrundeliegenden Grundfarbe des Fells. Bei Kätzchen sind die Points noch schwach ausgeprägt. Erst nach ca. 9 Monaten sind die Tupfen vollständig ausgefärbt. Eine weitere Folge des Teilalbinismus sind die unverkennbaren blauen Augen der Siamkatze, die aufgrund des Mangels an Melanin (Pigment) zustande kommen.

Allgemeingültige Merkmale der Siamkatze:
Siamesen sind sehr schlanke aber muskulöse Kurzhaarkatzen von mittlerer Größe. Ausgewachsene weibliche Tiere erreichen ein Gewicht von 3 bis 4 kg. Männliche Siamesen werden maximal  1 kg schwerer als ihre weiblichen Partner. Ihre Hinterbeine sind sichtbar länger als ihre Vorderbeine. Die orientalische Katze verfügt über einen sehr langen und dünnen Schwanz, der sich zu einer Spitze verjüngt. Die schönen blauen Augen sind mandelförmig eingehüllt. Sie liegen weit auseinander und sind, die Mandelform unterstützend, leicht schräg gestellt. Die Nase der Siam ist lang gezogen und führt gerade zu einem wenig markantem Kinn.

Der Hauptunterschied zwischen dem „modernen“ und „traditionellen“ Typus zeigt sich vorwiegend in der Kopfform der Rassekatze:

Die „Moderne“ Siamkatze:
Rassenspezifisch ist ein keilförmiger Kopf mittlerer Größe mit geraden Linien. Idealerweise bildet das Gesicht in Verbindung mit den großen Ohren ein gleichschenkliges Dreieck. Im Profil gesehen ist der Kopf nach außen gewölbt (konvex).

Die „Traditionelle“ Siamkatze/ Thaikatze:
Anders als bei den „modernen“ Siamesen, deren Kopf eine Keil- oder auch V-Form zeigt, haben die Thaikatzen einen U-förmigen Kopf. Ihr Gesicht ist gerundet, wobei es sich zum Kinn hin verengt. Der Übergang von den Wangen zu den großen Ohren verläuft leicht gebogen. Ihr Kopfprofil ist kantig, mit einem geraden Nasenrücken und streng abfallendem Kinn.

Wesen

Siamkatzen sind hochintelligente Tiere, die sowohl unter Artgenossen aber auch unter Menschen ein hohes Maß an Sozialkompetenz zur Schau stellen. Sie sind überaus kommunikative Katzen, die zu wahren „Plaudertaschen“ heranwachsen können. Zudem haben Sie eine sehr laute Stimme, welche gerne zur Verständigung eingesetzt wird. Sie sind temperamentvoll, ausdauernd und eignen sich besonders gut als Familientiere. Siamesen sind aufmerksame Katzen, die gespannt auf ein freies Plätzchen auf Ihren Schoß lauern.

Generell gilt: Siamesen leben nicht nur bei Ihnen, sondern mit Ihnen!

Gesundheit

Auch Siamesen sind vor den allgemein verbreiteten Infektions- und Erbkrankheiten der Katze nicht gerüstet. Zudem kam es in der früheren Zuchtgeschichte der Siamkatzen häufig zu Fehlbildungen des Schwanzes, den sogenannten „Knickschwanz“. Durch jahrelange züchterische Selektion ist dieser erbliche Fehler jedoch nur noch in Ausnahmefällen zu beobachten. Mitunter wird auch über eine erblich bedingte Missbildung des Kopfes (Wasserkopf) berichtet. Die Überlebenschance bei diesem Gendefekt ist minimal. In der Regel sterben die Kätzchen unmittelbar während oder nach der Geburt.

Eine weitere genetisch bedingte Erkrankung der Siamkatze ist die Progressive Retinaatrophie (PRA). Dabei handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung der Netzhaut, die über eine einsetzende Nachtblindheit bis zum vollständigen Verlust des Sehvermögens führen kann.

Wie bereits erwähnt, zählen die Siamkatzen zu den Pointkatzen und somit zu den Teilalbinos. Dieser Gendefekt schränkt die Produktion des wertvollen Pigments Melanin erheblich ein. Ohne das Pigment können die Augen den Lichteinfall nicht richtig regulieren. Man vermutet, dass die gelegentlich bei Siamkatzen auftretenden Beeinträchtigungen des Auges (Schielen und Augenzittern), direkte Folgen des Melaninmangels sind.

Haltung

Die Siamkatzen besitzen ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten, welches sie für eine Einzelkatzenhaltung ausschließt. Zudem schätzen die Siamesen ein intensives Gruppenleben. Sie lieben die gegenseitige Körperpflege und die ausgiebigen Fang- und Jagdspiele mit ihren Kumpanen. Ein Mehrkatzenhaushalt von mindestens zwei bis drei Tieren, gilt daher als artgerecht.

Trotz ihres starken Sozialverhaltens und der intensiven Bindung zu ihren Spielgefährten, gelten sie als ausgesprochen menschenbezogene Katzen. Man kann ihnen problemlos Tricks beibringen und sie durchaus an der Leine oder einem Geschirr ausführen. Wegen ihrer außergewöhnlich starken Bindung zum Menschen, werden sie auch als die „Hunde unter den Rassekatzen“ bezeichnet.

Pflege

Die Pflege des kurzen und anliegenden Fells der Siamesen ist mit wenig Aufwand verbunden. Ihr geschmeidiges Haarkleid mit wenig Unterwolle kann – laut gängiger Fellpflege-Tipps – durchaus mit einem Flohkamm gekämmt werden. Hierbei gleiten die nah aneinander gereihten Zinken durch das feine Fell und nehmen abgestorbene Haare auf. Auch eine spezielle Massagebürste kann Abhilfe schaffen.

Tipp: Die Fellpflege muss von den Katzen als sinnliches Ritual akzeptiert werden. Deshalb sollte man die Tiere von Geburt an, an das regelmäßige Kämmen und Bürsten gewöhnen.

Farben und Fellzeichnungen

Die kurzhaarige Siamkatze begegnet uns in mehr als hundert verschiedenen Farb- und Mustervariationen. Diese Vielfalt basiert auf den vier klassischen Grundfarben (natürliche – durch Mutation hervorgerufene Farbschläge) und die durch Kreuzungen eingebrachten Farbvarianten. Zu den klassischen Grundfarben zählen: Seal-Point (Körperfarbe: creme/ Point: schwarzbraun), Blue-Point (Körperfarbe: weiß/ Point: blaugrau, schiefergrau), Chocolate-Point (Körperfarbe: elfenbein/ Point: schokoladenfarben) und Lilac-Point (Körperfarbe: gebrochenes weiß/ Point: hellgrau, blasslila).