Kurzhaar Katzenrassen

Kurzhaarkatzen – pflegeleichte Samtpfoten

Alle Kurzhaarkatzen besitzen das Gen (L) für Kurzhaarigkeit. Damit sind sie der Falbkatze - der Urmutter aller Katzen - sehr ähnlich. Zu den ältesten Kurzhaarrassen zählt die Siam und die Europäisch Kurzhaar.

Entstehung der kurzhaarigen Rassekatzen

Kurzhaarkatzen unterscheiden sich grundlegend in der Art und Weise ihrer Entstehung. So kann man zwischen kurzhaarigen Natur-, Zucht-, Mutations- und Hybridrassen unterteilen.

Kurzhaarige Naturrassen

Der Großteil der kurzhaarigen Katzen zählt zugleich zu den Naturrassen. Diese Katzen sind ohne menschlichen Eingriff entstanden und zählen zu den ältesten Kurzhaarrassen. Sie gelten als äußerst robust und anpassungsfähig. Man findet sie im heißen Klima Ägyptens, genauso wie im kalten und regnerischen England. Zu den bekanntesten Vertretern dieser Gruppe zählen die Britisch Kurzhaar und die Europäische Hauskatze.

Kurzhaarige Zuchtrassen

Im 19 Jahrhundert begann das Zeitalter der Zuchtkatzen. Durch den planmäßigen Eingriff wurden edlere Varianten der ursprünglichen Naturrassen erschaffen. In Folge dessen entwickelten sich neue Rassen wie zum Beispiel die Exotisch- oder Orientalisch Kurzhaar. Jedoch werden Katzen nicht nur gezüchtet um neue Rassen zu kreieren, sonder auch um deren Bestand zu erhalten. Dies führte unter anderem zur Rettung der Britisch Kurzhaar Rasse, die im Laufe des 2. Weltkrieg fast vollständig ausgelöscht wurde.

Kurzhaarige Mutationsrassen

Andere Katzen haben ihren Ursprung in spontan aufgetretenen Mutationen, die wiederum gezielt weitervererbt wurden und somit zu neuen Rassekatzen führten. Die Schottisch Fold gehört mit ihren nach vorne hängenden Ohren zu den bekanntesten „Mutations“-Rassen. Auch alle Rex Katzen verdanken ihre Entstehung einer Mutation.

Kurzhaarige Hybridrassen

Im vergangenen Jahrhundert entwickelte sich der Trend zur Kreation von Hybridrassen wie zum Beispiel der Bengalen oder Savannah Katzen. Hybriden wurden und werden aus einer Kreuzung zwischen Kleinkatze (Wildkatze) und domestizierter Hauskatze entwickelt. Die neu entstandenen Rassen integrieren einen wilden Genpool in sich, der unter anderem das dominante Kurzhaar-Gen einschließt. Alle heute offiziell anerkannten Hybridrassen werden somit in die Gruppe der Kurzhaarkatzen eingeordnet.

Genetik - das Kurzhaar-Gen (L)

Ob eine Katze kurzhaarig ist, wird von ihren Genen bestimmt. Jedes Tier trägt sowohl ein Gen der Mutter und ein Gen des Vaters in sich. Beide zusammengehörige Gene werden Allele genannt. In der Genetik spricht man von dominant (überlegen) und rezessiv (unterlegen) vererbten Genen. Das Gen für Kurzhaarigkeit (L) ist dominant. Das heißt, dass ein Kurzhaar-Gen ausreichend ist, um kurzes Fell zu vererben. Somit tragen alle kurzhaarigen Katzen wenigstens ein Kurzhaar-Gen in sich. Das zweite Gen der Kurzhaarkatzen kann dementsprechend dominant (LL) oder rezessiv (Ll) sein. Katzen mit zwei Kurzhaar-Genen (LL) werden als reinerbig bezeichnet. Wenn im Genotyp ein Gen für Langhaarigkeit (Ll) vorliegt, spricht man von mischerbigen Kurzhaarkatzen.

Das Kurzhaarfell

Kurzhaarkatzen sind die pflegeleichtesten Samtpfoten, die man sich wünschen kann. Sie sind kleine „Putzteufel“, die ihre Fellpflege mehrmals täglich und durchaus gründlich ausführen. Dennoch benötigen sie ab und an die Hilfe ihrer menschlichen Begleiter. Gerade im Frühjahr, wenn die Fellwechselzeit anbricht, wird die Unterstützung durch den Menschen nötig. Die reinlichen Tiere verschlucken während ihrer Fellpflege abgestorbene Haare, die in der Regel als dicke Fellballen herausgewürgt werden. Im Ernstfall können die verknoteten Fellbündel jedoch zu schmerzhaften Darmverschlüssen führen. Um dem vorzubeugen, bietet sich wöchentliches Kämmen oder Bürsten geradezu an. Auch Zusatzfuttermittel, die essentielle Fettsäuren und pflanzliche Fasern enthalten (Malzpasten- und Anti-Hairball-Produkte), mindern das Risiko einer Verstopfung.