Ragdoll

Ragdoll
© Linn Currie - Fotolia.com

Rasseportrait der Ragdoll

Verbreitung
Bindung zum Mensch
Größe
Gesundheit
Intelligenz
Ausdauer
Pflegeaufwand
Verträglichkeit
Wohnungseignung
Kurzinfo
Ragdoll Entstehungsort / Zeit
Kalifornien (USA) / 1963
Stammeltern
unbekannte Point-Katze
unbekannte Langhaarkatze
Rassetyp
Zuchtrasse
Felllänge / Struktur
Semi-Langhaar / seidig
Größe
mittelgroß - groß
Gewicht
7 bis 10 kg
6 bis 7 kg

Die Ragdoll – so friedlich wie eine Stoffpuppe

Ihren außergewöhnlichen Rassenamen verdankt die Ragdoll, zu Deutsch „Stoffpuppe“, ihrem entspannten und liebenswerten Naturell. Die Ragdoll liebt es gestreichelt zu werden und lässt sich, im Vergleich zu den meisten Katzenrassen, bereitwillig "herumtragen". Ragdoll-Katzen wehren sich nicht, wenn sie hochgenommen werden, im Gegenteil, sie hängen wie Stoffpuppen, schlaff in den Händen.

Ursprung

Ihren Ursprung hat die Halblanghaarrasse in Kalifornien (USA). Im Jahr 1963 erhielt Ann Baker einen männlichen Nachkommen einer Point-Katze namens Josephine. Der kleine Kater besaß, wie seine Mutter,  auffällige Fellmarkierungen - ähnlich einer Birma Katze. Sein Körperfell war aufgehellt, während die kühleren Regionen (die sogenannten Points) wie Gesicht, Ohren, Beine, Schwanz und Hodensack dunkler gefärbt waren. Mit ihm und einer unbekannten Langhaarkatze begründete Ann Baker die Zuchtlinie „Original Baker'schen Ragdolls“. Sie ließ sich die Bezeichnung „Ragdoll“ schützen und erhob für jeden Nachkommen eine Lizenzgebühr. Dies hatte zur Folge, dass die neu entdeckte Katzenrasse kaum Verbreitung fand. Dass die Ragdoll heute weltweit bekannt ist, ist zwei Familien zu verdanken, die sich schon früh von der „Original Baker'schen Ragdolls“- Philosophie entfernten. Die Familie Dayton (Cattery Blossom-Time) und Chambers (Cattery Ragnarok) legten den Grundstein für den heute anerkannten Rassestandard der Ragdoll.

Traurige Wahrheit
Die kuriose Tatsache, dass Ragdoll-Katzen schlaff hängen bleiben, wenn sie hochgehoben werden, veranlasste einige gefühlskalte Wissenschaftler zu unakzeptablen Tierversuchen. Man ging davon aus, dass Katzen dieser Rasse ein verändertes Schmerzempfinden hätten und führte dementsprechende Experimente an den unschuldigen Tieren durch. (Vermutungen zufolge, war es Ann Backer selbst, welche diese haltlose Behauptung zur Diskussion stellte, um ihre Rasse bekannter zu machen.) Heute weiß man, dass es keine Veränderungen des Schmerzempfindens gibt.

Aussehen

Die Ragdoll ist eine große Katzenrasse mit einem langen, muskulösen Körper, einer breiten Brust und einem buschigen Schwanz. Ein Ragdoll Kater kann bis zu 10kg schwer werden, wobei er erst mit dem 
4. Lebensjahr seine volle Größe erreicht. Weibliche Katzen bleiben deutlich kleiner und erreichen ein durchschnittliches Gewicht von 6 - 7kg.
Der Kopf einer Ragdoll Katze ist mittelgroß und keilförmig. Markant sind die großen, ovalen, blauen Augen. Ihre Nase sollte einen leichten Bogen im oberen Drittel aufweisen. Die Schnauze ist rund und verjüngt sich zu einem ausgeprägten Kinn. Die Ohren der Ragdoll sind mittlerer Größe mit breitem Ansatz und gerundeter Spitze. Zudem sind sie weit auseinander gesetzt und leicht nach vorn geneigt. Auffällig sind auch die kompakten Pfoten, mit Haarbüscheln zwischen den Zehen.
Das dichte Halblanghaarfell der Ragdoll, besitzt eine weiche und seidige Textur. Es liegt eng am Körper an und scheitelt sich in der Bewegung. Am Hals ist das Fell am längsten, fast scheint es, als hätte man der Rassekatze ein Lätzchen umgebunden. Im Gesicht ist das Fell kurz, wird aber über die Schultern zum Rücken hin länger und an den Seiten mittellang bis lang.

Wesen

Wegen ihrer Art, den Menschen auf Schritt und Tritt zu folgen, wird die Ragdoll auch als „puppycat“ (dt. Hund-Katze) bezeichnet. Im Gegensatz zu vielen anderen Rassekatzen, ist ihr bevorzugter Ruheplatz nicht obenliegend, sondern immer in der Nähe ihres Herrchens. Die Ragdoll ist eine ideale Familienkatze, die sehr gut mit Kindern oder anderen Haustieren auskommt. Ihr moderates Wesen, verbietet es ihr, wild umher zu jagen oder die Gardine zu erklimmen. Eher könnte man sie in einem Kinderwagen ausfahren.

Gesundheit

Alle Katzen können genetisch bedingte Krankheiten entwickeln, so auch die Ragdoll. Zu einer der bekannten Erbkrankheiten unter der Rasse, zählt die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM). Hierbei handelt es sich um eine angeborene Herzerkrankung, die nur mit großem Aufwand zu behandeln ist und mitunter zum Tod der erkrankten Katze führen kann. Häufig sind männliche Tiere im Alter von 1 bis 5 Jahren betroffen. Vorbeugend sollte man nur Kätzchen mit Stammbaum, deren Eltern negativ auf mögliche Erberkrankungen getestet wurden, zu sich holen.
Ragdoll Kätzchen neigen zu schnellen Wachstumsschüben, daher ist es wichtig ausreichend und ausgewogen zu füttern. Wird der Futternapf restlos leer gefressen, kann er ruhig noch einmal aufgefüllt werden. Ab dem 4. Lebensjahr, wenn die Katze ihre volle Größe erreicht hat, kann das Futter rationiert werden, damit sie nicht übergewichtig wird.

Haltung

Geeignet ist die Ragdoll für jedes Heim, das ein großes Herz für Tiere hat. Egal ob Babys, Kinder, oder Hunde, die Rasse fühlt sich zu jedem hingezogen. Wird sie gut behandelt, kann sie der beste Freund eines Kindes sein. Alleine bleiben sollte die sie jedoch nicht. Wer berufstätig oder häufig unterwegs ist, sollte sich lieber für eine eigenständigere Katzenrasse entscheiden.
Die liebevolle und sanfte Persönlichkeit eignet sich wunderbar für die Wohnungshaltung. Wer die Möglichkeit besitzt, kann ihr einen geschützten Freigang auf dem Balkon oder im Garten gewähren.

Achtung: Wegen der außergewöhnlichen Tatsache, dass sich die Ragdoll wie eine Stoffpuppe hochnehmen lässt und nicht wehrt, sollte sie - um Schmerzen zu verhindern - immer mit beiden Händen zu sich geholt werden.

Pflege

Die Ragdoll hat ein mittellanges, seidiges Fell, das leicht zu pflegen ist. Sie kann mit einem Metallkamm, der mit enger stehenden Zinken versehen ist, ein bis zweimal pro Woche gekämmt werden. Wichtig ist, dass die Spitzen der Zinken abgerundet sind, damit die Oberhaut nicht verletzt wird. Wegen ihrer hohen Toleranzgrenze, akzeptiert fast jede Ragdoll-Katze die Pflegeprozedur problemlos. Sie wird die Aufmerksamkeit genießen und sich mit einem langen Schnurren und mit musikalischer Stimme bedanken.
Zur Grundversorgung gehört die Krallen-, Ohr-und Zahnpflege, die nach Absprache mit dem Tierarzt durchgeführt werden sollte. Der jährliche Kontrollgang zum Tierarzt und die Auffrischung der notwendigen Impfungen verstehen sich von selbst.

Farben und Fellzeichnungen

Die Ragdoll gibt es in den traditionellen Zeichnungsvarianten Bicolour, Mitted und Colourpoint sowie in sechs Farben (Seal, Blue, Chocolate, Lilac, Red und Cream). Zudem sind Tabby- oder Schildpatt-Zeichnungen in Kombination mit den traditionellen Varianten möglich.

Colourpoint
Der Körper der Colourpoint Ragdoll kann sehr hell sein und harmoniert mit den dunkel gefärbten Points. Die Fellzeichnung ist dieselbe wie bei der Colourpoint-Perser oder der Siamkatze. Typisch für die Colourpoint Ragdollvariante ist eine dunklere, maskenähnliche Färbung des Gesichts. Die Fußballen und der Nasenspiegel sind entsprechend der Point-Farbe gefärbt.

Mitted
Ragdoll Katzen der Mitted-Zeichnungsvariante gleichen im Wesentlichen der Colourpoint Ragdoll. Allerdings sind das Kinn, die Vorderpfoten (Handschuhe) und Hinterbeine (Stiefel) weiß gefärbt. Die Pfotenballen sind rosa. Auffällig ist ein weißer Streifen, der vom Lätzchen bis zum Schwanzansatz führt. Oft zeigt sich ein weißer Fleck (Blesse) auf der Nase. Die Mitted Ragdoll wird häufig mit der Heiligen Birma verwechselt.

Bicolour
Bei der Bicolour Ragdollvariante ist der Weißanteil am größten. Die Points sind gut von der hellen Körperfarbe abgegrenzt. Sie zeigt eine umgedrehte, weiße V-Form, die kurz über dem oberen Augenrand beginnt und sich über die Brust bis zum Schwanzansatz durchzieht. Alle vier Beine sind weiß. Der Nasenspiegel und die Fußballen sind rosa.

Lynx/ Tabby (in Kombination mit Colourpoint, Mitted oder Bicolour)
Charakteristisch für die Tabby-Zeichnung ist ein „M“ oder „W“ Muster auf der Stirn sowie die weiß umrandeten Augen, die sogenannte weiße Brille. Die typischen Tabby Streifen sind an den Beinen zu erkennen (außer Bicolour). Auch der Schwanz ist gestreift. Der Nasenspiegel ist ziegelrot und schwarz umrandet (außer Bicolour).

Tortie/ Schildpatt (in Kombination mit Colourpoint, Mitted oder Bicolour)
Ragdoll Katzen mit einer Tortie-Zeichnung verfügen über ein bestimmtes Farb-Gen, welches für eine rote Färbung des Fells verantwortlich ist. Dabei können das Farbmuster sowie die Größe der Tupfer unterschiedlich ausfallen. Genetisch bedingt, können ausschließlich weibliche Katzen die dreifarbige Musterung entwickeln.

Torbie (in Kombination mit Colourpoint, Mitted oder Bicolour)
Als Torbie bezeichnet man Katzen, die sowohl die Anlagen für Tortie als auch für Lynx (Tabby) in sich tragen. Bei Torbie gezeichneten Ragdoll Katzen erscheint das Schildpatt gestreift.

Mögliche Farben bei Colourpoint, Mitted, Bicolour und Lynx
» Seal (dunkles Rehbraun)
» Blue (tiefes Blaugrau)
» Chocolate (Schokoladenfarben)
» Lilac (Gletschergrau)
» Red (warmer Orangeton)
» Cream (Apricotton)

Mögliche Farben bei Tortie und Torbie
» Seal (seal und red Kombination)
» Blue (blue und cream Kombination)