Neva Masquarade

Neva Masquarade
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Rasseportrait der Neva Masquarade

Verbreitung
Bindung zum Mensch
Größe
Gesundheit
Intelligenz
Ausdauer
Pflegeaufwand
Verträglichkeit
Wohnungseignung
Kurzinfo
Neva Masquarade Entstehungsort / Zeit
Russland / vor 1800
Stammeltern
Sibirische Katze
Sibirische Katze
Rassetyp
Naturrasse / heute: Zuchtrasse
Felllänge / Struktur
Semi-Langhaar / Doppelfell
Größe
mittelgroß - groß
Gewicht
6 bis 9 kg
4 bis 6 kg

Die Neva Masquarade – die Point-Variante der Sibirischen Katze

„Newskaja Maskeradnaja“ - so wird die Neva Masquarade in ihrer russischen Heimat genannt. Abgeleitet ist ihr Name von dem Fluss Neva, der nah an Petersburg vorbeifließt, im Zusammenspiel mit ihrer maskenartigen Zeichnung, welche durch eine (Point-)Mutation hervorgerufen wird. Allgemein ist sie als die Point-Variante der Sibirischen Katze bekannt und wird zugleich demselben Standard zuerkannt. Heute wird sie in allen Dachverbänden als Farbvariante (bzw. Point-Variante) der Sibirischen Katze geführt. Dies ist im Übrigen einmalig unter allen Waldkatzenrassen, zu welchen die Sibirische Katze und folglich die Newskaja Maskeradnaja gehören. Im Zuge der Anerkennung, verlieh man ihr die internationale Bezeichnung „Neva Masquarade“. Seit dem 1. Januar 2011 wird sie sogar von der FIFe als eigenständige Rasse geführt.

Ursprung

Die Neva Masquarade teilt sich ihre Geschichte mit ihrer vollfarbigen Schwester, der Sibirischen Katze, welche in Russland schon seit Jahrhunderten als Hauskatze bekannt ist und dort noch heute große Verbreitung findet. Es wird vermutet, dass schon früh spontane Point-Mutationen innerhalb der russischen Hauskatzenpopulation auftraten. Wie die Maine Coon und die Norwegische Katze gehört sie zu den Naturrassekatzen und zugleich zu den Waldkatzen. Sie ist eine Katzenrasse, die sich ohne menschliches Zutun entwickeln konnte, über einen großen Genpool verfügt und bis heute kaum züchterischen Extremen unterliegt. Das macht sie zu einer ausgesprochenen gesunden und robusten Rassekatze.

„Leider“ wurde im Jahr 2002 von der Generalversammlung der WCF beschloss, dass nach einer Genehmigung der Richterkommission, „Mischlingskatzen“ (die durch das Einkreuzen von Fremdrassen wie Somalikatzen entstanden sind) zur Schau akzeptiert werden. Da diese Fremdeinkreuzungen jedoch enorme gesundheitliche Probleme in die Rasse einbringen können, werden diese Mischlinge in den allermeisten Zuchtvereinen nicht als Sibirische Katzen bzw. Neva Masquarade anerkannt.

Aussehen

Im Allgemeinen ist die Neva Masquarade eine muskulöse und relativ schwere Katze von kräftiger Statur. Sie ist mittelgroß bis groß, jedoch erreicht sie nicht die vollen Ausmaße der Maine Coon. Zudem ist sie weniger hochbeinig als eine Norwegische Waldkatze. Von der Sibirischen Katze unterscheidet sie sich nur durch ihre Maskenzeichnung. Im Alter von ca. drei Jahren haben sie ihre volle Größe erreicht, dabei kann ein ausgewachsener Kater ein Gewicht von bis zu 9 kg erreichen, weibliche Katzen werden durchschnittlich 5-6 kg schwer.

Kennzeichnend für diese Teilalbino-Variante der Sibirischen Waldkatze sind ihre dunkel gefärbten Points, die im Kontrast zu dem deutlich aufgehellten Körperfellfell stehen. Grundlage für diese Auffälligkeit bildet eine Genmutation (Teilalbinismus), bei welcher es zu einer Entfärbung des Körperfells kommt (auch die Siamkatze ist ein Teilalbino). Einige Körperregionen wie Ohren, Beine, Hodensack, Gesicht und Schwanzspitze sind weiterhin in der entsprechenden Grundfarbe gefärbt und bilden die Points. Jungkatzen werden hell geboren, erst im Alter färben sich die Points stärker.

Ein weiteres Merkmal der Neva Masquarade sind ihre leuchtend blauen Augen, die ebenfalls auf diese Genmutation zurückzuführen sind. Das halblanghaarige Fell der Rassekatze besteht zum einen aus wasserabweisendem Deckhaar, zum anderen aus feinem Unterfell. Es gibt Vermutungen, dass dieses doppellagige Fell ein evolutionäres Resultat aus den rauen klimatischen Bedingungen Russlands bzw. Sibiriens ist. Dabei ist das Winterfell der Neva Masquarade deutlich länger, dichter und mit üppigerer Unterwolle versehen als das Sommerfell. Zudem bilden sich in der kalten Jahreszeit ein üppiger Fellkragen an Hals und Vorderbrust (Halskrause) sowie die für Waldkatzen typischen Knickerbocker an den Hinterbeinen. Gleich der Sibirischen Waldkatze beeindruckt die Neva Masquarade mit großen Augen, einen eher rundlichen Kopf, abgerundeten Ohren und einem buschigen Schwanz. Ihre Stirn ist leicht abgerundet und geht mit leichtem Schwung in den Nasenrücken über. Markant sind ihre tiefgesetzten und breiten Wangenknochen. Oft zeigen sie sich mit feinen Haarspitzen an den Ohrenenden (Luchspinsel) und adretten Fellbüscheln zwischen den Zehen.

Wesen

Katzenjammer und Divengehabe sind der Neva Masquarade fremd. Sie ist eine unkomplizierte, intelligente und familienfreundliche Katze, die über ein ausgeprägtes Sozialverhalten verfügt. Mit anderen Haustieren und Kindern kommt sie sehr gut zurecht. Zudem zeichnet sich ihr Wesen durch eine ausgeprägte menschenbezogene Anhänglichkeit aus. Ganz besonderen Schmusewillen, in einer fast schon zudringlichen Weise, bringt sie ihrem „Lieblingsmenschen“ entgegen. Ist ihr Herrchen nicht zur Stelle, geht sie gerne auf Abenteuer oder Mäusejagd - gerne natürlich in freier Natur.

Gesundheit

Die Neva Masquarade ist wie alle Waldkatzen äußerst robust, athletisch und ausdauernd. Um einer Verengung des Genpools entgegenzuwirken, wird innerhalb vieler Neva Masquarade-Zuchten mit Sibirischen Katzen verpaart. Damit bewahren die Züchter die Erbgesundheit der Rasse. Zudem werden in der Regel Fremdrasse-Einkreuzungen vermieden. Da diese Methode jedoch nicht verboten ist und von einigen Züchtern immer wieder durchgeführt wird, kann inzwischen keine Garantie für eine tadellose Erbgesundheit gegeben werden. Genetisch bedingte Krankheiten wie PKD und HCM können zudem mehrere Generationen überspringen und völlig unerwartet durchbrechen. Erkundigen Sie sich daher unbedingt über die Stammeltern und das Zuchtprogramm aus welchem sie ihr Kitten holen. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchtkatzen auf potentielle Krankheiten testen und können die Befunde nachweisen.

Wichtig für ein langes und gesundes Katzenleben ist eine artgerechte und abwechslungsreiche Ernährung. Dabei kann man sich an drei grundlegende Fütterungsmethoden für Katzen orientieren. Einmal im Jahr sollte ein Tierarztbesuch in Anspruch genommen werden, um die Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche zu erneuern. Freigänger-Katzen sollten zudem Tollwut und Leukose geimpft werden.

Haltung

Der ideale Neva Masquarade-Halter wohnt auf dem Land, fern ab viel befahrener Straßen und regem Stadttreiben. Denn egal wie sehr diese Waldkatze die menschliche Anwesenheit schätzt, in ihr herrscht noch immer ein tief verwurzeltes Bedürfnis nach Freiheit. Ausgiebige Streifzüge durch weitläufige Wiesen und Wälder sollten ihr nicht verwehrt bleiben. Eine reine Wohnungshaltung kommt nur in Frage, wenn ausreichend Platz und ein abwechslungsreicher Lebensraum vorhanden sind. Generell sollte diese soziale Katzenrasse nicht als Einzeltier gehalten werden.

Pflege

Die Fellpflege der Halblanghaarkatze ist weniger intensiv, als man vielleicht erwarten würde - denn das Neva Masquarade-Fell ist geschmeidig und neigt von seiner Struktur her nicht zum Verfilzen. Einmal pro Woche kämmen - ist völlig ausreichend. Wenn die Katze es wünscht, darf natürlich auch öfters der Kamm aus dem Schrank geholt werden. Katzen die sich häufig im Freien bewegen, benötigen selbst während der Fellwechselzeit nur mäßige Pflege, da sie sich ihre losen Fellhaare größtenteils am Gras oder Buschwerk abstreifen. Wohnungskatzen sollten in dieser Phase häufiger gekämmt werden. Das hat zum einen den Vorteil, dass weniger geputzt werden muss, zum anderen stärkt es auch das Wohlbefinden der Katze, da das Risiko eines Darmverschlusses (durch verschluckte Haare) gesenkt wird.

Farben und Fellzeichnungen

Für die Neva Masquarade gilt: Alle Grundfarben, die bei der Sibirischen Katze zugelassenen sind, sind gleichfalls bei Neva Masquarade in Verbindung mit den Points erlaubt. Abgelehnt werden Farbvarianten, die durch Fremdrasseneinkreuzungen eingebracht werden, wie Cinnamon und Fawn- sowie Chocolate und Lilac.