Katzen richtig erziehen – So klappt’s

Die Erziehung einer Katze ist alles andere als ein Kinderspiel!  Im Gegensatz zu Hunden lassen sich Katzen nur mit viel Geduld und Konsequenz erfolgreich erziehen. Katzen haben ihren eigenen Kopf und lassen sich den menschlichen Willen nicht aufzwingen. Jedoch kann man ihr Verhalten mit geschickt angewandten Tricks und Erziehungsmethoden nachhaltig beeinflussen.

Katzen richtig erziehen – So klappt’s
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Katzenerziehung mit Köpfchen statt Aggression

Schon die Wahl des neuen Mitbewohners entscheidet, ob das spätere Miteinander harmonisch oder chaotisch endet. Auch wenn sich alle Rassekatzen im Allgemeinen sehr ähnlich sind, unterscheiden sie sich deutlich durch ihre individuellen Ansprüche und Naturelle. Nicht jede Katze fühlt sich in einer Wohnungshaltung wohl. Die richtige Wahl der passenden Katzenrasse ist somit der erste Schritt für ein friedliches und ausgewogenes Miteinander.

Ist der neue Mitbewohner endlich eingezogen, ist die Freude groß. Oft verzeiht man den niedlichen Fellnasen die ersten Missgeschicke noch ohne großes Spektakel. Doch ist man gerade zu Beginn nachlässig, wird es später schwer den „Raufbold“ wieder auszutreiben. Die richtigen Erziehungstricks sollten also vom ersten Tag an angewandt werden. Natürlich macht es keinen Sinn, einen unendlich langen Katalog an Ver- und Geboten aufzustellen, genauso wenig wie mit Schlägen und Aggression zu erziehen. Stattdessen helfen folgende 10 Tipps und Tricks um die Katze richtig zu erziehen:

Tipp ➲ Geduld und Konsequenz 

Geduldig und konsequent sein heißt in erster Linie: Was verboten ist, bleibt verboten und was erlaubt ist, bleibt immer erlaubt! Das Katzenverhalten wird dabei zeitnah und direkt, je nachdem ob es erwünscht oder unerwünscht ist,  gelobt oder entsprechend bestraft. Verbale Kommandos, wie ein scharfes „Nein“, oder ermahnende Geräusche, wie das Klatschen mit der flachen Hand auf den Tisch oder das Knistern mit einer Plastiktüte, sollten die Katze von ihrem Vorhaben abbringen. Reagiert die Katze nicht auf die Kommandos, muss man ihr das gewünschte Verhalten zeigen. Kratzt die Katze an der Tapete, muss sie an den Kratzbaum gesetzt werden. Springt sie auf den Esstisch, sollte man sie herunter heben, solange bis sie es unterlässt.

Tipp ➲ Abwechslung statt Langeweile

Die innere Ruhe und Entspannung einer zufriedenen Katze ist bemerkenswert. Doch selbst der sanftmütigste Stubentiger kann sich in einen zerstörungswütigen Rowdy verwandeln, wenn er sich langweilt. Genügend Abwechslung, Auslauf und interaktive Spiele sollten daher in jedem Katzenalltag fest eingeplant sein, denn Katzen die sich fortdauernd langweilen entwickeln in der Regel unliebsame Verhaltensstörungen, welche später nur mit viel Geduld und Feingefühl entwöhnt werden können.

Grundsatz: Eine Katze soll nicht bei uns, sondern mit uns leben!

Tipp ➲ Das Katzenverhalten richtig deuten

Das Katzenverhalten richtig zu deuten ist ein wichtiger Punkt der Katzenerziehung, der vor allen vom Katzenbesitzer zu erfüllen ist. Nicht selten ist gerade er für ein ärgerliches Benehmen der Katze verantwortlich. Deutlich wird dies zum Beispiel bei der Hygiene der Katzentoilette. Katzen sind sehr saubere Tiere, die eine ebenso saubere Umgebung schätzen. Ein stinkendes Katzenklo ist für die reinlichen Tiere nur schwer zu ertragen. Häufig sucht sich die Katze dann ein sauberes Plätzchen, wie etwa die Badewanne oder ein frisch gewaschenes Handtuch.  Wird das „Häufchen“ entdeckt ist der Ärger groß, doch hätte dieser mit der richtigen Toilettenhygiene verhindert werden können.

Tipp: Einer Katze sollten zwei Katzentoiletten zur Verfügung stehen, da sie instinktiv Kot und Urin an zwei verschiedenen Stellen absetzen möchte.

Tipp ➲ Katzengerecht wohnen

Erfahrungsgemäß sind Katzen von Natur aus ausgesprochen neugierige, athletische und erkundungsfreudige Tiere, die ihr Umfeld bis in die kleinste Ecke entdecken wollen. Leider werden vor allem Wohnungskatzen in ihrer Entdeckerfreude eingeschränkt. Deshalb sollte jeder Katzenhaushalt katzengerecht eingerichtet sein. Das heißt, ein Stück Natur im Wohnraum nachzuahmen um das natürliche Katzenverhalten zu fördern. Ein deckenhoher Kratzbaum als Beobachtungsposten oder auch ein selbstgebautes Katzenmöbel dürfen keinesfalls fehlen. Eine katzengerechte Wohnung bietet genügend Raum und Möglichkeiten zum Erkunden, Entdecken und Beobachten, sodass keine Eintönigkeit und daraus resultierender Frust entsteht.

Tipp ➲ Katzensicher wohnen

In jedem Katzenhaushalt lauern potentielle Problemstellen, die früher oder Später zum Ärgernis werden könnten. Die wohl bekannteste „Rote-Zone“  ist die Gardine, die allzu gerne zum Klettern genutzt wird. Eine schöne Alternative sind moderne Faltrollos, die für die Katze nur schwer zu erreichen sind. Weiterhin scheinen Katzen vom Duft frischer Pflanzenerde förmlich angezogen zu werden. Gerne stecken sie ihre Nase in ein frisch gebuddeltes Loch. Dass hierbei die Erde in der ganzen Wohnung verteilt wird, ist ärgerlich aber vermeidbar. Alternativ können künstliche Zimmerpflanzen, die in groben Kieseln gesetzt sind, aufgestellt werden. Auch das Hochstellen der Pflanzen kann Wunder bewirken. Zerbrechliche Dekorationen und Erinnerungsstücke sollten katzensicher aufgestellt werden. Wer Problemstellen reduziert, vermeidet langfristig Ärger.

Tipp ➲ Spielerisch erziehen

Auch wenn man meinen könnte, Katzen sind die Meister der Selbstständigkeit, verdienen sie viel menschliche Aufmerksamkeit und Zuneigung. Die gemeinsame Zeit kann mit Kuscheleinheiten, Fang-, Bewegungs- und Lernspielen ausgefüllt werden. Eine effektive Methode zum spielerischen lernen und erziehen ist das sogenannte Clickertraining. Dabei kann bestimmtes Verhalten antrainiert oder auch abgewöhnt werden. Auch Tricks kann man der Katze spielerisch beibringen. Nebenbei stärkt das gemeinsame Spielen die Verbundenheit zwischen Halter und Katze.

Tipp ➲ Zweitkatze

Katzen sind keine Einzelgänger! Der Zukauf eines Spielgefährten kann sich wohltuend auf das Verhalten einer Katze auswirken. Wichtig ist, dass der neue Mitbewohner zur Erstkatze passt. Zudem muss das erste Zusammentreffen gut geplant und durchdacht werden. Achtung: Eine übereilte Zusammenführung kann schmerzhafte Folgen nach sich ziehen und die Beziehung der Katzen zueinander dauerhaft gefährden. Erfolgt die Eingliederung behutsam, entwickelt sich oft eine großartige Katzenliebe auf Lebenszeit. Gemeinsam können die Katzen ihre Umgebung erkunden, sich jagen und miteinander spielen – eben das tun, was Katzen interessiert.

Tipp ➲ Zaubermittel zur Beruhigung

Ruhelose Katzen können durch natürliche Mittelchen beruhigt werden. Das wohl bekannteste und sicherste Zaubermittel ist die Katzenminze. Mit ihrer euphorisierenden Wirkung, kann sie aus nervösen Vierbeinern entspannte Mitbewohner machen. Auch eine Baldrianwurzel kann wahrhaft berauschend wirken.

Wichtig: Nicht alle Katzen vertragen die angepriesene Minze oder Baldrian! Reagiert die Katze zu stark oder gar aggressiv, sollte lieber darauf verzichtet werden. Zudem sollte man darauf achten, dass das Heilpflanzengranulat sicher umschlossen oder eingenäht ist und nicht gefressen werden kann.

Tipp ➲ Der kleine Freigang

Wer seine Katze ausschließlich in der Wohnung hält, muss angekratzte Möbel oder Tapeten auf sich nehmen. Das ist typisches Katzenverhalten und nur schwer zu unterbinden. Keinesfalls sollte eine Katze dafür bestraft werden. Auch hier gilt: „Abwechslung statt Langeweile“! Wer die Möglichkeit hat, kann seiner Katze einen geschützten Freigang auf den Balkon oder der Terrasse bieten. Auch ein liebevoll eingerichteter Kuschelplatz vor dem geöffneten Fenster (wenn notwendig mit einem Katzenschutzgitter geschützt) lässt Katzenherzen höher schlagen.

Besonders attraktiv finden Katzen ein eigens für sie angefertigtes Grasbeet, in dem sie sich rollen, wälzen oder sogar „sonnen“ können. Hierzu kann ein flacher Pflanzkorb oder ein Sandkasten aus der Spielzeugabteilung verwendet werden. Gefüllt wird das alternative Beet mit Erde und ausreichend Grassamen. Nach wenigen Tagen sprießt das Gras und es dauert nicht mehr lange, bis die Katze ihr „kleines Stück Natur“ erkunden kann. 

Tipp: Im Herbst kann Laub gesammelt und auf dem Balkon oder der Terrasse verteil werden. Katzen lieben alles was raschelt und werden sich mit Sicherheit für diese liebe Geste mit einem langen Schnurren bedanken.

Tipp ➲ Kastration

Es gibt viele Gründe die für die Kastration der Kätzin oder des Katers sprechen. Neben der Unterbindung des typischen Geschlechtsverhaltens (Duftmarkierung oder Dauerrolligkeit), das nicht nur für die Tiere, sondern auch für uns Menschen anstrengend ist, steigert die Kastration das Wohlbefinden der Katze. Häufig berichten erfahrene Katzenhalter, dass ihre Tier nach dem operativen Eingriff deutlich anhänglicher, ruhiger und „schmusiger“ wurden. Hier ist jedoch zu erwähnen, dass eine eindeutige Verhaltensänderung immer vom Charakter des Einzeltiers abhängig ist.

Info: Kastrierte Katzen streunen weniger umher - somit senkt sich ihr Unfallrisiko!

Fazit:

Katzen lassen sich nicht erziehen! Aber sie können durch viele kleine, geschickt angewandte Tricks „besänftigt“ werden. Es liegt vor allem an dem Katzenhalter, ob er sich von seinem Tier auf der Nase herumtanzen lässt oder ob er genug Geduld und Kreativität besitzt um seine Katze zu einem ausgeglichenen Mitbewohner zu „formen“.

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